Tether, die größte Gefahr für den Bitcoin. Warum thematisiert das keiner?

Ich möchte in diesem Blog-Beitrag niemanden vorverurteilen und auch nicht den berühmten Teufel an die Wand malen, sondern lediglich auf einen Zusammenhang hinweisen und ihn erläutern, der, falls er eintreffen sollte, den kompletten Crypto Market in eine maximale Katastrophe stürzen könnte. Nicht mehr und nicht weniger. Für alles gibt es eine Wahrscheinlichkeit. Und ich halte die Wahrscheinlichkeit für den Worst Case für nicht ganz unerheblich.

Die Ausgangssituation besteht aus drei Aspekten. Erstens. Tether ist ein sogenannter Stable Coin. Stable Coin deshalb, weil Tether u.a. auf seiner Homepage verspricht, dass jeder Tether Coin (Kürzel: USDT) mit einem USD hinterlegt ist. Zweitens. Eine Reihe von Coin-Plattformen handeln (kaufen und verkaufen) Bitcoin & Co. nicht direkt gegen den USD, sondern gegen den Tether Coin (USDT). Coin gegen Coin. Das erleichtert u.a. die als Plattform-Betreiber zu erfüllenden Regularien. Und drittens. Tether und die weltweit umsatzstärkste Handelsplattform für Coins Bitfinex (eine Tether-Plattform) haben dasselbe Management und sind eng miteinander verbandelt.

Nachfolgend die drei wichtigsten Gerüchte, die im Markt kursieren. Ich kann diese weder bestätigen noch dementieren. Es ist einfach so, wie es ist. Erstens. Nicht für jeden ausgegebenen Tether Coin soll (noch) ein USD auf dem Konto von Tether liegen. Und einen echten Nachweis der 1-zu-1-Absicherung hat Tether bisher nicht wirklich erbracht. Zweitens. Das Geld, das Tether durch die Ausgabe der Tether Coins vereinnahmt hat, soll Bitfinex u.a. genutzt haben, um Bitcoins zu kaufen und den Preis des Bitcoins dadurch nach oben zu treiben. Bitfinex ist mit circa 130.000 Bitcoins der weltweit drittgrößte Bitcoin-Besitzer. Und drittens. Bitfinex soll in Zahlungsschwierigkeiten sein. Es ist sogar von drohender Insolvenz die Rede. Offenkundig wurden massive Verzögerungen bei der Auszahlung an Kunden, die Gelder von ihrem Konto abziehen wollten.

Und hier das Worst Case Szenario in aller Kürze. Wenn der Bitcoin weiter fällt, wollen Anleger ihren Bitcoin verkaufen. Den Verkaufspreis erhält man dann in Tether Coins. Diese Tether Coins möchte man natürlich sodann in USD tauschen. Aber es stehen nicht mehr für alle genügend USD zur Verfügung. Tether crasht. Alle Handelsplattformen, die Coins gegen Tether handeln, crashen. Und mit chrashen meine ich schließen. Durch diese Kettenreaktion werden dann natürlich auch solche Handelplattformen, die nicht gegen Tether handeln, wie eToro, in Mitleidenschaft gezogen. Letztlich verliert der ganze Coin Market massiv und dies nicht nur an Vertrauen und Investoren.

Der 4-Stunden-Chart zeigt den Preis des Tether Coins (USDT) gegen den USD auf der Handelsplattform Kraken. Auf dieser Plattform kann man u.a. den Tether Coin in USD tauschen. Links im Chart sieht man, wie es eigentlich sein sollte. Der Tether Coin ist nahe an einem USD dran. Doch dann begannen die Schwankungen, die den Gerüchten natürlich entsprechenden Nährboden leisten.

Solange also der Bitcoin über einem gewissen preislichen Niveau ist und wenige bis keiner ihre Bitcoins verkaufen wollen, ist alles in Ordnung und das vermeintliche Kartenhaus von Tether und Bitfinex bleibt bestehen. Klar, dass das Interesse von Bitfinex ein hoher Bitcoin-Preis sein muß. Aktuell ist der Preis für einen Bitcoin auf Bitfinex etwa 100 USD höher als z.B. auf Bitstamp. Und diese Differenz war in der jüngsten Vergangenheit noch deutlich höher. FOMO-Versuch?

Hier mal zwei Spekulationen. Als am 15ten Oktober (Spike nach unten) der Tether Coin fiel, wurden Tether Coins gegen Bitcoin getauscht, was den Bitcoin nach oben schießen ließ. Eigentlich unlogisch diese Reaktion der Anleger. Vielleicht waren es auch keine Anleger, die diese Bewegung getriggert haben. Hoher Bitcoin-Preis und Arbitrage-Geschäft im Tether und Bitcoin. Am Montag (29ter) fiel der Bitcoin. Ein kleiner Dump. Es ist Monatsende. Rechnungen und Gehälter müssen bezahlt werden. Da muß man dann schon mal den einen oder anderen Bitcoin verkaufen, wenn kein Cash mehr auf dem Konto ist.

Interessant ist, dass Vitalik Buterin, der Gründer von Ethereum, in einem Artikel vor ziemlich genau 5 Jahren genau diese Gefahr bereits beschrieben hat, die von einem selbst-stabilisierenden Coin ausgehen kann, der ohne echten Inhalt auf einer funktionierenden Blockchain aufsetzt. Bei ihm hatte dieser Coin das Kürzel XUSD. Hier der Link zu diesem Artikel: https://bitcoinmagazine.com/articles/mastercoin-a-second-generation-protocol-on-the-bitcoin-blockchain-1383603310/

Und warum keiner die Gefahr so richtig thematisiert? Klar, alle sitzen in einem Boot, sprich alle sind Spieler in ein und demselben Markt, den es zu schützen gilt. Auch ich hoffe, dass das alles nur Gedankenspiele sind. Aber ich möchte zumindest mal auf die Gefahr hingewiesen haben.

Oliver Michel

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